Warnung vor möglichen Risiken
Jede Sportart birgt ein gewisses Risiko in sich, so auch das Sporttauchen.
Das Sporttauchen ist eine erlebnisreiche Sportart, und wie auch bei anderen
Erlebnissportarten, besteht bei ihrer Ausübung ein Risiko für Leib und Leben.
Selbst wenn Sie keinerlei Fehler machen, und Ihre Ausrüstung perfekt funktioniert,
birgt das Sporttauchen noch immer ein geringes Risiko, das niemals völlig
vermieden werden kann - außer Sie gehen nicht tauchen.
Wenn Sie sich dafür entscheiden sollten zu tauchen, müssen Sie dies deshalb aus
freiem Willen tun und bereit sein, die Risiken dieser Sportart selbst zu tragen.
Mögliche Gefahren
Normalerweise erfordern die meisten Tauchgänge keine besonderen körperlichen
Anstrengungen. Es gibt jedoch Situationen wie beispielsweise hohe Brandung,
starke Strömung, kaltes Wasser etc., die den Taucher physisch und psychisch stark
beanspruchen können.
Überschätzen Sie sich daher bitte nie, und tauchen Sie immer innerhalb Ihrer
Grenzen.
Denken Sie immer daran:
Sie bezahlen immer nach dem Tauchgang - nämlich mit Ihrer Gesundheit!
Die Sicherheitsregeln
In der Regel lassen die Tauchverbände jeden Tauchinteressierten vor Beginn seiner
Tauchausbildung - egal auf welchem Level (!) - eine Erklärung unterschreiben, in
der er versichert, die Verfahren für sicheres Tauchen verstanden zu haben und diese
auch einzuhalten.
Musterformulare Tauchsicherheitsregeln gibt es hier als kostenlose Downloads:
PADI (englisch/ZIP/14kB)
,
PADI (englisch/PDF/19kB)
,
NAUI (englisch/ZIP/16kB)
,
NAUI (englisch/PDF/27kB)
.
Sie haben Bedenken?
Fühlen Sie sich vielleicht unbehaglich bei dem Gedanken an die Tiefe, an das
Unbekannte, an den fremden Lebensraum, an die komplizierte Ausrüstung, an die
ungewöhnlichen Lebewesen unter Wasser?
Das ist nicht ungewöhnlich, denn so ergeht es so manchem Taucheinsteiger in
Vorfeld.
Doch Sie können sich beruhigen, denn Ihre Bedenken sind grundlos und können
leicht zerstreut werden.
Die Lebewesen unter Wasser
Sicherlich haben Sie Recht, wenn Sie der Meinung sind, dass das Tauchen selten
so ist, wie es in Filmen dargestellt wird, oder wie Sie es vom Hörensagen aus
dem Bekanntenkreis her kennen.
Die wahren Unterschiede werden Sie selber schnell erkennen. Sie werden
beispielsweise feststellen, dass die meisten Fische vor den Tauchern eher
davon schwimmen, weil sie diese entweder als unbekannte Eindringlinge in ihren
Lebensraum ansehen, oder weil sie durch die Geräusche des Atemreglers und der
Ausatemblasen in die Flucht geschlagen werden.
Haben Sie nicht auch schon einmal überlegt, dass ein weiterer Grund vielleicht sein
könnte, dass Taucher überhaupt nicht auf ihrer "Speisekarte" stehen...?
Die Luft geht aus
Eine der größen Ängste von Taucheinsteigern resultiert aus der irrtümlichen
Annahme, dass dem Taucher eventuell die Luft unter Wasser ausgehen könnte.
Richtig ist, dass die Zeit, die Taucher unter Wasser verbringen können, u.a. durch den Luftvorrat begrenzt ist. Jeder Taucher verwendet daher einen
Druckmesser, ein sogenanntes
Finimeter, mit dem der Druck in der Tauchflasche
überwacht wird, vergleichbar mit der Tankanzeige in Ihrem PKW.
Somit kann der Tauchgang immer rechtzeitig und sicher beendet werden. Um bei
unserem Beispiel mit dem PKW zu bleiben: Sie fahren doch auch die nächstgelegene
Tankstelle an, sobald die Tankreserveanzeige in Ihrem PKW leuchtet, oder etwa nicht?
Sehen Sie, und wir Taucher tauchen dann halt auf.
Außerdem ist es heutzutage schon obligatorisch geworden, dass die meisten
Taucher einen zusätzlichen
Atemregler (auch Oktopus genannt) oder sogar eine
zweite unabhängige Luftversorgung mit sich führen.
Dies ermöglicht es ihnen, in einem möglichen Notfall, ihren Tauchpartner unter Wasser mit Luft
zu versorgen.
Sie werden außerdem zusätzlich auch bereits im Tauchkurs für Einsteiger Techniken und
Fertigkeiten erlernen, die Ihnen in bestimmten Situationen eine Selbstrettung
ermöglichen.
Wenn Sie also ein aufmerksamer Taucher sind, Ihren ganz gesunden Menschenverstand
walten lassen, und innerhalb Ihrer Grenzen tauchen, dann wird Ihnen niemals die
Luft unter Wasser ausgehen.
Defekte Tauchausrüstung
Ein weiterer Angstfaktor bei vielen Taucheinsteigern ist, dass sie glauben, dass
ihre Tauchausrüstung nicht zuverlässig genug ist.
Die Erfahrungen zeigen jedoch, dass eine ordnungsgemäß gepflegte und gewartete
Tauchausrüstung nie versagt. Selbst bei einem kaum oder schlecht gewarteten
Atemregler ist es beispielsweise eher wahrscheinlich, dass er Ihnen mehr Luft
gibt, als Sie eigentlich benötigen (Taucher sagen dazu er "bläst ab"), als dass
er Ihnen keine oder nur zuwenig Luft gibt.
In Ihrem Tauchkurs werden Sie unter anderem auch lernen, Ihre Tauchausrüstung
ordnungsgemäß zu pflegen und vor jedem Tauchgang zu überprüfen. Nicht nur Sie
selbst überprüfen den Sitz und die Funktionstüchtigkeit Ihrer Ausrüstung vor
jedem Tauchgang, sondern auch Ihr Tauchpartner tut dies zusätzlich noch - das
ist der sogenannte "Buddycheck".
Und wenn sich einmal ein Ausrüstungsteil lockern oder unter Wasser gar verstellen
sollte, dann werden Sie im Laufe Ihres Tauchkurses Techniken und Fertigkeiten
lernen, die Ihnen helfen werden, derartige Vorfälle leicht und sicher zu meistern.
Begegnung mit Haien
Ein weiterer Irrglaube, dem Taucheinsteiger oftmals aufsitzen, ist, dass jeder
Tauchgang im Meer ganz automatisch immer auch die Gefahr eines Haiangriffs in
sich birgt. Hier haben reißerische Kinofilme, Fernsehbeiträge und andere Publikationen ein
falsches Bild von der Wirklichkeit entstehen lassen.
Wahr ist, dass u.a. durch die Verbesserung der Fangmethoden in den
letzten Jahren eine Überfischung in den Weltmeeren stattfindet, die einen
Kollaps vieler Fischarten hervorruft, und die damit auch dem Hai indirekt seine
Lebensgrundlage entzieht.
Im Zuge dieser neuen Fangmethoden werden weltweit jedes Jahr ca. 50% der Haie
im sogenannten Beifang (also als "unnützer" Abfall), getötet (Stand 2003).
Allein durch die Verunreinigung der Meere wird der Hai automatisch dezimiert,
denn er steht am Ende der Nahrungskette und frisst die verunreinigten Fische.
Schwermetalle wie zum Beispiel Kadmium, Quecksilber, Blei, etc. sowie chemische
Gifte wie beispielsweise PCB, DDT, TBT etc. wirken sich nachweislich negativ auf
seine Fortpflanzungsrate, seine allgemeine Entwicklung, das Immunsystem, Herz-
Kreislaufsystem und das zentrale und periphere Nervensystem aus.
Hinzu kommt, dass Haie von Natur aus sowieso bereits schon eine niedrige
Fortpflanzungsrate und ein langsames Wachstums im Vergleich zu anderen Fischen
haben.
Die Globalisierung, der Fischerei erhöht zusätzlich noch den Handel mit
Haifischflossen, und steigert damit die Popularität und Nachfrage nach der
bekannten Haifischflossensuppe.
Doch wer weiß denn schon, dass nur um Profit zu machen, den Haien hierfür
bei lebendigen Leib die Brust- und Rückenflossen abgeschnitten werden - das ist
das sogenannte "Finning" - , und der restliche Körper wieder ins Meer geworfen
wird, wo er dann elendig zu Grunde geht.
Große, abgerissene und herumtreibende Netze und auch die Sportfischerei,
durch ihre Jagd nach Trophäen, dezimieren ebenfalls die Population der Haie.
Daher bietet sich nur wenigen Tauchern jemals die Gelegenheit, Haie zu sehen.
Die Begegnung mit diese einzigartigen Tieren ist derart ungewöhnlich, dass viele
Taucher lange Reisen und Strapazen auf sich nehmen, nur um einmal Haie in ihrer
natürlichen Umgebung zu beobachten und zu fotografieren.
Und wenn man ihnen dann wirklich einmal begegnet, zeigen Haie meistens wenig oder kein
Interesse an den Tauchern - es sei denn, sie werden "angefüttert". Taucher,
die ruhig bleiben und sich langsam fortbewegen, werden beispielsweise von einem
vorbei schwimmenden Hai meist kaum oder gar nicht beachtet.
So, wie auch die meisten anderen Tiere unter Wasser, lassen sie Sie in Ruhe,
solange sie sich von Ihnen nicht belästigt fühlen.
Zum Vergleich: es ist 50 Mal wahrscheinlicher durch einen Blitzschlag getötet zu
werden, als einem Haiangriff zum Opfer zu fallen!
Oder vergessen Sie bitte beispielsweise auch nicht, dass tagtäglich zig Millionen
von Tauchgängen weltweit gemacht werden.
Es kommen jedoch nachweislich mehr
Menschen bei Verkehrsunfällen pro Tag ums Leben, als durch Haie!
Und wie ist es mit Ihnen? Lassen Sie deshalb etwa Ihr Auto heute stehen?
Ein offenes Wort
Nehmen Sie bitte nicht gleich die erst beste Tauchschule für Ihre Ausbildung.
Nicht immer sind die
Tauchschulen mit der größten und buntesten Werbeanzeige auch
die besten.
Gleiches gilt auch für die Tauchausbildungsverbände. Eine Vielzahl von
Tauchorganisationen, die Programme mit standardisierter Tauchausbildung anbieten,
machen es dem Einsteiger nicht gerade leicht, sich für den richtigen
Tauchausbildungsverband zu entscheiden.
Und dann sind da auch noch die Tauchausbilder. Nicht jeder von ihnen versteht
seine Arbeit als Beruf (-ung !).
Bevor Sie also Ihre Entscheidung treffen, verschaffen Sie sich einen Überblick,
holen Sie möglichst viele Informationen ein, sprechen Sie mit Freunden und
Bekannten über Ihr Vorhaben.
Vielleicht findet sich bei der Gelegenheit ja auch gleich noch so ganz nebenbei
ein geeigneter Tauchpartner mit dem Sie zusammen in das Abenteuer Tauchen starten können.
In Filmen und auf Bildern sieht der Tauchsport so einfach und leicht aus. Sicherlich
ist das auch so, doch wo Sonne ist, da gibt es auch Schatten. Das ist nun einmal so.
Auch Sie werden, wie jeder Taucher im Laufe seiner Zeit, die ein oder anderen
Taucherfahrungen machen, die Ihnen nicht gefallen. So werden beispielsweise die
Tauchbedingungen manchmal schlecht sein, zu hoher Wellengang, zu schlechte Sichtweite,
oder Sie werden einen Tauchpartner bekommen, den Sie nicht leiden können,
oder Sie werden Tauchplätze besuchen, die Ihnen nicht gefallen.
Die Maske läuft immer wieder voll Wasser, Sie haben Probleme mit der Tarierung und der Tauchanzug sitzt nicht perfekt.
Doch kennen Sie nicht auch von anderen Sportarten oder Aktivitäten solche kleinen
Stolpersteine?
Nicht jeder Stürmer einer Fußballmannschaft schießt bei jedem Spiel ein Tor,
nicht jeder Skifahrer kommt ohne Sturz in den Schnee den Berg hinunter, nicht
mit jedem Wurf fallen beim Kegeln alle Neune, und Sie bringen auch nicht jeden
Tag Höchstleistungen beim Joggen.
Schmeißen Sie deshalb nicht gleich die Flinte ins Korn, sondern lernen Sie
daraus. Der Tauchsport ist so vielfältig, dass jeder das finden kann, worin er
wirklich gut ist und was ihm auch wirklich Spaß macht.
Auch Sie. Viel Spaß dabei.